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Lange Kleider
Ihre weiten Röcke herausfordernd schwingend, mit sanft gerundeten Schultern, engen Miedern, Wespentaillen, kleinen, mit Schleiern unter dem Kinn festgebundenen Hüten wirbelten sie gleichzeitig herum und warfen Aschenbecher wie Kegel um. "Ich spürte eine elektrische Spannung", schrieb eine andere Beobachterin: "Wir waren Zeugen einer Moderevolution. " Dior benannte seine erste Kollektion nach einem botanischen Begriff, der das Sichöffnen einer Blüte bezeichnet: "Ligne Corolle". Verglichen mit den breitschultrigen, männlich wirkenden Silhouetten der Vierziger waren diese langen Kleider weich, blumenhaft und äußerst weiblich. Aber es haftete ihnen auch etwas Herausforderndes an, etwas Trotziges, das diese erste Dior-Kollektion zu einem der am heißesten diskutierten und umstrittenen Debüts in der Modegeschichte machte. Um den Schock zu verstehen, den Diors Kollektion auslöste, muss man die Zeitumstände bedenken. Paris lag in Trümmern. Nicht nur lange Kleider waren knapp, auch Brot und Milch - doch schon tänzelten Diors Mannequins in langen Kleidern herum, für welche die arbeitende Durchschnittspariserin fünf Monatsgehälter hinlegen musste.
 
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